Das Nein zu Neuem
Was hilft, wenn dein Kind nichts Neues probieren will — und was es, gut gemeint, schlimmer macht.
Gestern hat sie noch Gurke gegessen, heute ist Gurke „eklig“. Und alles Neue sowieso. Das ist anstrengend — und ziemlich normal.
Was dahinter steckt
- Ein Schutzprogramm Zwischen etwa 2 und 6 Jahren sind viele Kinder besonders skeptisch gegenüber neuem Essen. Forschende vermuten dahinter einen alten Schutz vor Unbekanntem.
- Vertrautheit braucht Begegnungen Oft braucht es acht bis fünfzehn Begegnungen, bis etwas Neues schmeckt. Jede zählt — auch die, bei der nur geschaut wird.
- Das Auge isst zuerst Was grün, bitter oder vermischt aussieht, wird oft abgelehnt, bevor es im Mund war.
Was hilft
- Klein anbieten, neben Vertrautem Ein Stück Neues auf dem Teller, daneben etwas, das dein Kind sicher mag. Es muss nichts davon essen.
- Jede Stufe zählt Anschauen, anfassen, riechen, lecken, abbeißen: Wer riecht, hat schon probiert. Der Probier-Pass macht diese Stufen sichtbar.
- Wieder anbieten, ohne Drama Heute nicht? Dann in ein paar Tagen wieder — ohne Kommentar.
- Selbst mitessen Dein Kind schaut genau hin, was du isst und wie du dabei aussiehst.
Was es schlimmer macht
- Überreden und Verhandeln „Noch drei Bissen“ macht aus dem Essen einen Machtkampf, und den gewinnt meistens das Kind.
- Belohnen mit Nachtisch Wer für Brokkoli Pudding bekommt, lernt: Brokkoli ist die Hürde, Pudding der Preis.
- Kommentieren am Tisch „Der isst ja nie Gemüse“ — Kinder werden, was wir über sie sagen.
Heute kein Bissen? Dann war heute ein Tag des Anschauens. Das zählt.
